Archiv der Kategorie: Wirtschaftstheorien

„Es geht um Befreiung von Überfluss, nicht um Verzicht“ Interview zur Energiewende mit Prof. Paech [taz]

taz Unter Strohm – Die Parteien überbieten sich im Wahlkampf mit Populismus, ärgert sich Niko Paech.

„Es geht nicht um Verzicht, sondern um die Befreiung von jenem Überfluss, der nur zu Konsumverstopfung, Reizüberflutung und Zeitknappheit führt. Wenn wir das verstehen, wird Sparsamkeit einfacher. Und die brauchen wir, denn die Erneuerbaren lösen die meisten Probleme nicht: Was ist mit dem Flugverkehr, Individualverkehr, Güterverkehr, Schiffsverkehr, der Heizenergie in Wohngebäuden, der fossilen Energie der Landwirtschaft und der Produktion unserer Güter in China? Von der gesamten Energie, die wir verbrauchen, stammen nur lächerliche 11 Prozent aus erneuerbaren Quellen. Das kratzt an diesen Problemen nicht mal. Trotzdem haben wir aber schon jetzt viel Fläche und Landschaften zerstört, etwa durch Energiemais und Windkraft- und Photovoltaikanlagen auf freien Flächen.“

taz, 20.09.2013

 

„“Grünes Wachstum“ gibt es nicht.“ Interview mit Prof. Paech [natur]

SZ „Die Vorstellung von grünem Wachstum erscheint manchen als Widerspruch in sich. Können wir nur nachhaltig leben, wenn wir auf Wirtschaftswachstum und überflüssigen Konsum verzichten? Fragen an den Ökonom Niko Paech von der Universität Oldenburg.“

It’s simple. If we can’t change our economic system, our number’s up [The Guardian]

Guardian Mal ein Beitrag auf Englisch, dieser Kommentar im Guardian bringt das Wachstumsproblem noch einmal sehr anschaulich auf den Punkt.

„It’s simple. If we can’t change our economic system, our number’s up

It’s the great taboo of our age – and the inability to discuss the pursuit of perpetual growth will prove humanity’s undoing“

Wirtschaftswachstum und Privatvermögen: Interview mit dem Ungleichheitsforscher Thomas Piketty [SZ]

SZ Nie war unsere Gesellschaft so reich wie heute. Und manche sind eben reicher als die anderen. Der Ökonom Thomas Piketty warnt im Interview, dass die Ungleichheit wieder so drastisch werden könnte wie zu feudalen Zeiten.

Thomas Piketty ist einer der bekanntesten Ungleichheitsökonomen der Welt. Der Franzose lehrt an der Paris School of Economics. Eben erschien sein Buch „Capital in the 21st Century“, eine deutsche Übersetzung ist für 2015 geplant. Nobelpreisträger Paul Krugman hat es zum „wichtigsten Wirtschaftsbuch des Jahres – und vielleicht des Jahrzehnts“ erklärt.

Piketty rechnet darin vor, was in Europa und den USA schief läuft: Weil die Wirtschaft nicht mehr so schnell wächst wie in der Nachkriegszeit, die Vermögen aber trotzdem jedes Jahr kräftig steigen, hängen die Reichen die Mittelklasse ab. Piketty vergleicht heutige Statistiken mit Daten aus dem 19. Jahrhundert und hat so eine Formel gefunden, die den vielleicht wichtigsten langfristigen Trend unserer Wirtschaft beschreibt: r > g. Die Rendite auf Privatvermögen (r) ist größer als das Wirtschaftswachstum (g). Ganz ohne Formeln und Zahlen drückt es Piketty so aus: Das Kapital ist zurück.

Demografie: Die Weltbevölkerung wird schrumpfen | ZEIT ONLINE

Zeit OnlineNachdem die Menschheit im 20. Jahrhundert ein historisch einmaliges Wachstum erlebt hat, dürfte das 21. Jahrhundert den Beginn des Postwachstums markieren. Das liegt vor allem am reproduktiven Verhalten der Menschen: In fast allen Ländern der Welt bekommen die Frauen deutlich weniger Kinder als früher, sodass ein Ende des Bevölkerungswachstums in Sicht gerät. Zudem dürfte sich die Zahl der über 60-Jährigen von heute 810 Millionen bis 2050 auf über zwei Milliarden erhöhen. Weniger und ältere Menschen werden weniger produzieren und konsumieren. Addiert man hierzu die ökonomischen Bremseffekte, die durch RessourcenknappheitNahrungsmittelkrisen und Klimawandel zu erwarten sind, dürfte sich das Wirtschaftswachstum mittelfristig abschwächen und irgendwann sogar ausklingen. Damit schwinden auch dessen ungewollte Nebeneffekte, die das Leben auf der Erde erschweren.“