It’s simple. If we can’t change our economic system, our number’s up [The Guardian]

Guardian Mal ein Beitrag auf Englisch, dieser Kommentar im Guardian bringt das Wachstumsproblem noch einmal sehr anschaulich auf den Punkt.

„It’s simple. If we can’t change our economic system, our number’s up

It’s the great taboo of our age – and the inability to discuss the pursuit of perpetual growth will prove humanity’s undoing“

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3 Kommentare zu “It’s simple. If we can’t change our economic system, our number’s up [The Guardian]”

  1. “It was neither capitalism nor communism that made possible the progress and pathologies (total war, the unprecedented concentration of global wealth, planetary destruction) of the modern age. It was coal, followed by oil and gas. The meta-trend, the mother narrative, is carbon-fuelled expansion. Our ideologies are mere subplots.“ Hiermit stoßt Monbiot auf eine der meiner Meinung nach relativ problematischen wirtschaftlichen Zielsetzungen; nähmlich die Gewinnerzielung!.

    Während der Verbraucher bei seinen Konsumausgaben nach einem größtmöglichen Nutzen strebt, versucht ein privatwirtschaftlicher Betrieb, seinen Gewinn zu maximieren. Das Gewinnstreben gilt schlechthin als der Motor der Marktwirtschaft. Über den Gewinn werden die Betriebe herausgefordert die eigene Leistungsfähigkeit ständig zu steigern, um besser als die Wettbewerber zu sein. Gewinne können entweder im Unternehmen verbleiben und zur Beschaffung weiterer Produktionsanlagen verwendet werden. Sie können aber auch ausgeschüttet bzw. entnommen werden. Die Gewinnerwirtschaftung hat u. a. auch die Aufgabe, das Risiko des Unternehmens auszugleichen. Gewinne stellen letztlich die Verzinsung des eingesetzten Kapitals dar. Somit ist ein Vergleich zwischen dem Zinssatz auf dem Geldmarkt und der Verzinsung im Unternehmen möglich. Je eher sich der Kapitaleinsatz im Unternehmen „lohnt“, desto eher wird man bereit sein zu investieren. Es gibt auch Gründe, nicht den maximalen, sondern nur einen angemessenen Gewinn als ausreichend anzusehen. Dies ist u. a. typisch für Genossenschaften, deren Ziele die ,,Förderung des Erwerbs oder der Wirtschaft ihrer Mitglieder mittels gemeinschaftlichen Geschäftsbetriebes“ ist (§ 1 Genossenschaftsgesetz). Vom Grundsatz her können Genossenschaften nicht rein erwerbswirtschaftlich ausgerichtet sein, da ihre Kapitalgeber (Mitglieder) sehr oft auch ihre Abnehmer sind. Genossenschaften sind bestrebt ihren Mitgliedern als Abnehmer möglichst günstige Preise einzuräumen. Andererseits sind die Mitglieder als Kapitalgeber aber auch an einer möglichst hohen Verzinsung des eingesetzten Kapitals interessiert.

    Es ist meiner Meinung nach von großer Bedeutung endlich mal die Ziele des wirtschaftlichen Wachstums neu zu definieren, sodass sie sich wirklich auf alle Wirtschaftssektoren ,,positiv“ auswirken!. Das Problem beschreibt Monbiot am Ende seines Artikels sehr gut: “That’s how you measure the depth of this problem: by our inability even to discuss it.“

  2. Dieser Satz von Monbiot zeigt nicht nur seine gedankliche Beschränkung, sondern auch die, die dem Anliegen dieses Blogs zugrundeliegt:

    The inescapable failure of a society built upon growth and its destruction of the Earth’s living systems are the overwhelming facts of our existence.

    Darin steckt die Prämisse, daß „Wachstum“ immer auf nicht-erneuerbare Ressourcen bezogen ist. Das stellt nicht nur sicher, daß endloses „Wachstum“ unmöglich ist (und man seine Verfolgung bekämpfen muß) – da man das zu Zeigende kurzerhand schon mal von vornherein annimmt –, sondern geht an der wirtschaftlichen Realität komplett vorbei. Ein Beispiel: Die unerhörten Produktivitätsgewinne in der Landwirtschaft sind nicht darauf zurückzuführen, daß wir 50-mal mehr Land benutzen als vor 200 Jahren, sondern primär darauf, daß wie eine Idee hatten, nämlich Dünger einzusetzen, die die Produktion steigern, und Maschinen statt Tieren und Menschen einzusetzen. Das hat zu gehörigem Wachstum geführt, das aber in extrem nicht-linearer Weise mit gestiegenem Ressourcenverbrauch einhergeht – wenn überhaupt, denn auch eine negative Korrelation ist da möglich.

    Es gibt also mindestens zwei Wachstumsbereiche, die man konzeptuell auseinanderhalten sollte: Ressourcen-gebundenes Wachstum und nicht-Ressourcen-gebundenes Wachstum. Ersteres ist offensichtlich nicht endlos möglich – zweiteres dagegen sehr wohl.

    Zu der Konzeption von Wissen (was auch diesen Überlegungen zugrundeliegt) und seinem unendlichen Wachstumspotential, siehe u.a. das herausragende Buch The Beginning of Infinity von David Deutsch.

  3. Da eine freundliche Seele mich gerade auf ein Problem aufmerksam gemacht hat, hier eine kurze Ergänzung: Mit „Beschränkung“ war nicht „Blödheit“ gemeint, sondern bloß das ausschließliche Fokussieren auf einen Aspekt von „Wachstum“ – und die dadurch eingeschränkte Tragweite der Überlegungen. Also bitte nicht (z.B. als persönlichen Angriff) falsch verstehen. 🙂

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