Lebensmittelretter in Hamburg [taz]

Lebensmittelretter

Sie schließen eine Lücke, sind so etwas wie die niedrigschwellige Tochter der Tafeln – ohne bezahlte Mitarbeiter, ohne große zentrale Lebensmittellager wie die 1.200-Quadratmeter-Halle in Hamburg-Barmbek und ohne Fuhrpark. Sie haben nur eine Internetseite, auf der gerettete Lebensmittel angeboten werden und selbst gebastelte Ausweise für die Mitglieder.

 

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3 Kommentare zu “Lebensmittelretter in Hamburg [taz]”

  1. Ich stimme zu, dass eine Überproduktion an Lebensmitteln sich als wenig sinnvoll erweist, jedoch stellt das Verkaufen von übrig gebliebenen, als nicht mehr verkaufbar angesehenen Lebensmitteln ein weiteres Problem dar, und zwar ein durchaus Verhinderbares.
    Durch das Verschenken dieser Ware entsteht letztendlich eine Schwächung des Marktes, denn die Supermarktketten machen durch das Wegwerfen von eingekaufter Ware zum Einen Verlust, zum Anderen verlieren sie mögliche Kunden, da diese die Möglichkeit haben, die Produkte für wenig Geld bzw. kostenlos zu erwerben. Gesellschaftlich gesehen sind Organisationen wie z.B. die Tafel oder die im Artikel Vorgestellte zwar eine überaus soziale Angelegenheit, die Sozialschwachen oder generell Bedürftigen den Alltag erleichtert und auf die keineswegs komplett verzichtet werden dürfe. Jedoch sollte darauf geachtet werden, in welchem Maße dies durchgeführt wird, da es enorme Benachteiligungen für die Supermärkte etc. darstellt und der Wirtschaft schadet. Meines Erachtens sollte zuerst überdacht werden, ab wann ein Lebensmittel als nicht mehr verkaufbar gilt. Viele Produkte sind noch lange nach dem Entsorgen prinzipiell haltbar, doch um den Kunden ein stets ansehnliches und gesichertes Angebot zu ermöglichen, werden sie aussortiert. Ich denke, dass Haltbarkeitsdaten, Mängel an Gemüse o.ä. aus gesundheitlichen Gründen auf keinen Fall vernachlässigt werden dürfen, jedoch sollten Vorschriften bezüglich beispielsweise nicht ansehnlicher Artikel bei Ost oder Gemüse in Frage gestellt werden. Ich halte es nicht für nötig, z.B. „verkrüppeltes“ Gemüse aus dem Verkauf auszuschließen, solange es prinzipiell die selben Qualitäten hat wie eines mit idealer Form. Diesbezüglich solllte auch in den Köpfen der Bürgerschaft vorerst etwas geändert-, und vermittelt werden, u.a., dass trotz weniger ansehnlicher Form die gleiche Qualität vorhanden ist. Es sollte deutlich gemacht werden, dass jeder einzelne Bürger durch kleine Taten etwas an der wirtschaftlichen Gesamtsituation verändern kann, denn Überproduktion ist ein Aspekt, der der wirtschaftlichen Lage eindeutig schadet und einer der Wenigen ist, der relativ leicht verhindert werden kann ohne ausschlaggebende Nachteile mit sich zu bringen. Organisationen wie die Tafel etc. können bei minimaler Überarbeitung der derzeitigen Zustände trotzdem erhalten werden.

  2. Der Fakt, dass wir in einer einkalkulierten wegwerfgesellschaft leben, schockiert mich sehr.
    Noch viel schockierender ist die Ignoranz gegenüber diesen globalen Trend der Bevölkerung.
    Um nur eine von vielen schockierenden Zahlen zu nennen:
    Jährlich werden in Belgien Lebensmittel im Wert von zwei Milliarden Euro weggeschmissen, bevor es das ‚Anti-Wegwerf-Gesetz‘ gab.
    Meiner Meinung nach eine gelungene Lösung, die weiter ausgebaut werden kann und muss, jedoch liegt das Hauptproblem bei der Einstellung des Wegwerfers und das nicht nur in Belgien.
    Bevor wir nicht anfangen anders zu denken, anders zu konsumieren, wird sich der Trend leider immer weiter durch- und fortsetzen.
    Tauschbörsen oder soziale Organisationen, wie zum Beispiel die Tafel, setzen ein klares Statement und zeigen uns, wie es auch ablaufen könnte: angenommen der Konsument oder der Supermarkt erwirbt eine zu große Menge an Lebensmittel, kann er die dort abgeben und hilft somit anderen, bedürftigeren Menschen.
    Solche Projekte haben schon viele Spender, jedoch ist es noch lange nicht das, was gespendet werden kann, leider wird immer noch zu viel weggeworfen.
    Bemerkenswert ist der Einfallsreichtum der Tafelarbeiter, die aus verschiedenen Lebensmittel neue Gerichte herstellen und so für alles Verwendung finden.
    Eine weitere gute Option, ist es die Lebensmittel übers Internet zu tauschen.
    So gelangen auch Personen, die zum Beispiel nicht von der Tafel essen können/ dürfen, an Lebensmittel.
    Die Angst, solche Tauschbörsen, könnten für Supermärkte und Wirtschaft von Nachteil sein, halte ich für unbegründet, Internet-Tauschbörsen Haben dafür noch lange nicht genug Popularität bei der Bevölkerung erlangt, zu dem kommt der Wunsch und der Drang des Menschen nach frischer Ware.
    In diesem Artikel wird auch das Konzept von scheffler erwähnt; während Schlüter durch Organisationen den Vertrieb von überschüssiger Ware organisiert, ist scheffler der Meinung, man braucht nicht unbedingt das Konzept einer Organisation – es würde schon reichen die Lebensmittel von alleine an Menschen zu verschenken und untermauert dies mit einem, wie ich finde, sehr guten Satz: „Man muss nur teilen wollen.“
    Natürlich sehen sich beide nicht als Konkurrenten, sie verfolgen ja das selbe Ziel und wenn viel mehr Leute so denken würden, würde es einem Großteil viel besser gehen, es liegt an uns unser denken und verhalten umzustrukturieren und die Welt vielleicht schon bald zu einem etwas besseren Ort machen.

  3. Ich schließe mich da Jonathan an. Es ist erschreckend wie viele Lebensmittel von Supermärkten weggeworfen werden, die eigendlich noch zum verzehr geeignet sind und nur auf Grund dessen entsorgt werden, weil sie nicht besonders schön aussehen, oder weil sie einfach am Ende des Tages übrig geblieben sind. Natürlich muss man darauf achten, dass man, wenn man die Sachen verschenkt, nicht der Wirtschaft schadet, aber die Supermärkte hätten diese Waren ja nicht verkauft, weshalb diese erst im Müll gelandet sind und wenn man diese, noch zum Verzehr geeigneten, ‚Abfälle‘ verschenkt, würde ich es nicht unbedingt als Geschäftsschädigend bezeichnen. Hinzu kommt, dass die Bevölkerung zu schnell Lebensmittel weg wirft so bald das Mindesthaltbarkeits Datum überschritten ist. Oftmals sind diese Lebensmittel noch viel länger haltbar, es handelt sich schließlich nur um die Angabe, dass die Lebensmittel mindestens bis zu dem angegebenen Datum haltbar sind und nicht, dass sie sofort bei erreichen des Datums schlecht und ungenießbar werden. Um solche Verschwendungen zu verhindern, muss sich jedoch erstmal etwas bei der Bevölkerung ändern, sie muss umdenken und nicht auf Ästhetisch ansprechendes Gemüse bestehen.

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