Wirtschaftssysteme, die die Welt beweg(t)en

bpb.de Im 20. Jahrhundert konkurrierten drei Wirtschaftssysteme um die Gunst der Menschen: Der ökonomische Liberalismus, die staatliche Zentralplanwirtschaft und der Keynesianismus. Auch wenn sich zu Beginn des 21. Jahrhundert der Neoliberalismus durchgesetzt hat, muss das noch nicht das Ende der Wandlungen bedeuten.

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Ein Kommentar zu “Wirtschaftssysteme, die die Welt beweg(t)en”

  1. Zu unterscheiden ist grundsätzlich zwischen einer (monetaristischen) angebots- und einer nachfrageorientierten Wirtschaftspolitik. Erstere zielt auf die Verbesserung der Investitionsbedingungen z. B. durch Steuersenkungen oder die Deregulierung staatlicher Vorschriften. Letztere setzt auf der Seite der Konsumenten an und versucht durch aktive staatliche Eingriffe z. B. Nachfragerückgänge durch gesteigerte staatliche Ausgaben auszugleichen.
    Zwischen diesen beiden Handlungsmöglichkeiten besteht durchaus ein Konflikt, wie im Rahmen Der Eurokrise zu beobachten ist. Während die deutsche Bundesregierung mit ihrer Austeritätspolitik eher einen angebotspolitihen Ansatz verfolgt, fordert u. a. der französische Präsident im Sinne einer Nachfrageorientierung, aktiv mehr für das Wachstum zu tun, d. h. Geld zu investieren, um Nachfrage zu schaffen.
    Hier soll ein fiskalpolitischer, also nachfrageorientierter keynesianischer Ansatz verfolgt werden. Um einer Rezession im Vorfeld zu begegnen, kann der Staat eigene Investitionsprojekte beschleunigen, d. h. Ausgaben vorziehen. Sinnvoll erscheinen der Infrastrukturausbau und je nach politischem Programm auch Investitionen in Bildungseinrichtungen. Der Staat ersetzt damit z. B. nachlassende Unternehmensinvestitionen und eine sinkende Binnennachfrage, wobei es deutlich wird, dass das Verbrauchervertrauen weiterhin gegeben ist. Diese Investitionen haben das Ziel, kurzfristig bestimmte Branchen wie die Bauindustrie zu stützen, mittelfristig die Bedingungen des Austausches von Waren und Dienstleistungen zu verbessern und langfristig etwa dem Fachkräftemangel zu begegnen.
    Sollte der Staat bis jetzt in dem konjunkturell positiven Wirtschaftsklima entsprechende Rücklagen gebildet haben, wäre eine solche Politik sicherlich unproblematisch. Es hat sich in der Vergangenheit aber gezeigt, dass solche Reserven in den wenigsten Fällen vorhanden sind. So beträgt die Staatsverschuldung Deutschlands trotz der positiven Konjunktur aktuell mehr als 2 Bio. €. Daher kann der fiskalpolitische Ansatz mehrere negative Folgen haben. Zunächst steigt die Staatsverschuldung. Der Staat muss dadurch in Zukunft eine höhere Zinslast tragen und büßt damit Gestaltungsmöglichkeiten ein. Auch könnten die Zinsen steigen, weil das Risiko eines Zahlungsausfalls größer wird, wodurch die Schulden noch stärker wachsen würden.
    Letztlich bleibt die konkrete Konjunkturpolitik abhängig vom politischen Programm und von den spezifischen Interessen der politischen Akteure.

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