„Grenzenloses Wachstum ist vorbei!“

Arte Future

Vincent Cheynet, Gründer des Monatsmagazins La Décroissance gilt als Vertreter der französischen Décroissance. Er sieht eine Lösung des Problems in der Befreiung vom Konsumzwang. Der Weg dahin sei die „Simplicité volontaire“ (der freiwillige Verzicht) – ein einfacheres Leben mit weniger Bedürfnissen, das auf sieben Milliarden Menschen übertragbar wäre.

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2 Kommentare zu “„Grenzenloses Wachstum ist vorbei!“”

  1. „GRENZENLOSES WACHSTUM IST VORBEI“, so die These von Vincent Cheynet, Gründer des Monatsmagazins La Décroissance. Grund für das Ende des Wachstums sei die Beschränktheit der globalen Ressourcen, insbesondere die der Energie. Früher konsumierte der Mensch, um zu leben – heute lebe er, um zu konsumieren.
    In grauer Vorzeit war es für uns essentiell zu konsumieren, um zu (über-)leben. Da heutzutage die Existenz weitgehend als gegeben angesehen wird, bekommt der Konsum einen Inflationären Charakter. Wir konsumieren im Überfluss, leben, wie Cheynet betont, in einer ausgeprägten Konsumgesellschaft.

    Stellvertretend für den Konsum verwendet Cheynet das Beispiel eines in fünf Stücke geteilten Kuchens, der gerecht aufgeteilt werden soll. Jedoch fände diese gerechte Aufteilung nicht statt, da ein Gast vier Stücke konsumiere, während für die weiteren vier Gäste nur noch ein Stück Kuchen zur Verfügung bliebe.
    Der Kuchen stellt die Ressourcen, vornehmlich die Energie dar. Da, aufgrund der ungerechten Aufteilung, nicht genug Ressourcen für alle blieben, müsse man, nach führenden Politikern und Ökonomen, den Kuchen vergrößern.
    Warum backen wir nicht einen anderen Kuchen?
    Der alte Kuchen besteht aus fossilen Energien, Massentierhaltung, Produktionsüberschuss und Dekadenz im Umgang mit Konsumgütern.
    Der neue Kuchen könnte aus erneuerbaren Energien, effizienterer Technologienutzung und einem verantwortungsvolleren Umgang mit Ressourcen bestehen. Letztlich geht es nicht um eine Minimierung des Konsums, sondern um eine Maximierung der Effizienz unserer Ressourcennutzung. Beispielsweise würden „laut den Vereinten Nationen jedes Jahr 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel in dem Müll geworfen, was rechnerisch etwa viermal so viel wie nötig wäre, um das Hungerproblem in der Welt zu lösen. Demnach werden 28 Prozent des gesamten weltweiten Ackerlandes genutzt, um Nahrung zu produzieren, die nie gegessen wird. Allein die in den Industrienationen weggeworfene Menge von 300 Millionen Tonnen jährlich würde reichen, um alle hungernden Menschen zu ernähren.“ (http://de.wikipedia.org/wiki/Biokraftstoff#Konkurrenz_zur_Bereitstellung_von_Nahrungsmitteln)
    Würde man allein dieses Problem beheben, müsste man nicht auf die These „Weniger ist mehr „ zurückgreifen. Man muss auch nicht auf das verzichten, was man hat.
    Man sollte mehr daran denken, wie man vorhandene Ressourcen und Energie erneuerbar, günstiger und gerechter zugänglich macht und weniger verschwendet. Nur verantwortungsvoller Konsum kann nachhaltiges Wachstum ermöglichen. Dies wäre ein Kuchen nach jedermanns Geschmack.

  2. Danke für die Zusammenfassung. Ich glaube aber nicht, dass alleine die Ressourcen-Effizienzsteigerung das Problem löst. (Tim Jackson bringt Zahlen dazu.) Und das Gerechtigkeitsproblem der Verteilung von Konsumgütern ist damit auch nicht gelöst. Und ich denke nochmal über den Begriff Konsumgesellschaft nach:
    Ist es nicht so, dass uns diese („one and only“) „alternativlose“ Wirtschaftsform mit ihrem riesigen Werbe-Etat pausenlos einredet, dass alle unsere Probleme durch Konsum zu lösen sind? Je nach Branche kriege ich erzählt, dass ich, wenn ich traurig bin, einfach dieses oder jenes essen oder rauchen, saufen oder kaufen soll. Wenn ich es tue, dann bin ich trotzdem noch traurig (ich hab’s ausprobiert), aber jetzt auch noch fett, kriege wahrscheinlich Krebs, Leberzirrhose oder sonstwas und habe mich hoffnungslos verschuldet.

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